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.»Sieh dir das hier an.«Shadith empfand es als große Erleichterung, einfach nur sie selbst sein zu können, ohne in starre Verhaltensmuster gepreßt zu werden, die allein von ihrem Geschlecht bestimmt wurden.Sie hätte Taggert vor Freude und Dankbarkeit umarmen können, als sie rasch an seine Seite trat und auf die Ausrüstungsgegenstände blickte, die in kleinen Gestellen in den beiden Kisten untergebracht waren: unterschiedliche Gewehre, einige Handfeuerwaffen, ein Dutzend kleine Granaten.Erst jetzt begriff Shadith im ganzen Ausmaß, wie konditionierend die Art und Weise gewesen war, in der der Ajin sie behandelt hatte.Abgesehen von den Fällen, in denen er ihr gegenüber besonders beleidigend auftrat, war sie so sehr an den in ihr rumorenden Zorn gewöhnt gewesen, daß die Wut einem leichten Fieber gleichkam.Und wie bei einem Fieber hatte sie sich mit diesem Zustand abzufinden versucht und ganz vergessen, wie es war, gesund zu sein.Bis Taggert kam und sie daran erinnerte, wie es war, als vernünftige und erfahrene Erwachsene behandelt zu werden.Taggert holte einen Laser hervor, der einen besonders dicken Kolben aufwies.»Die ganze Tarnung war nur Zeitverschwendung.Ich brauchte die Kisten nicht einmal zu öffnen.« Er demontierte die Waffe.Eine Kapsel.Mit Kunstfaserumhüllung.Er öffnete sie und legte die einzelnen Gegenstände auf den Tisch.»Hemmer.Schockgranaten.Betäubungsgas.« Taggert nahm eins der Gewehre zur Hand, klappte es auf und zeigte seiner Begleiterin zwei Stäbe, die etwa so lang waren wie sein Unterarm.»Ausfahrbare Krallen.Dachte mir, sie könnten sich als nützlich erweisen.Das mit dem Schlafzimmer gefällt mir ebensowenig wie dir.« Er berührte einen der Stäbe am Ende.Innerhalb eines Sekundenbruchteils wuchs das Gebilde in die Länge und erreichte fast die gegenüberliegende Wand.Eine weitere Berührung, und es bildeten sich Klauen.Taggert ließ sie auf den Boden klacken und drehte den Stab: Innerhalb eines Augenblicks zog sich die Stange auf die ursprüngliche Länge zusammen.»Was hältst du davon? Wir bleiben in der Tür stehen, betreten das Zimmer überhaupt nicht, werfen eine der Sprengkapseln mit dem Betäubungsgas in den Raum, ziehen dem Ajin mit der Klaue die Decke vom Leib, sorgen mit einem Hemmer dafür, daß er nichts gegen uns unternehmen kann und benutzen einen anderen Krallenarm, um ihn zu uns heranzuziehen.Ist nicht weiter wild, wenn er sich dabei einige Kratzer holt - den Pajungg ist das bestimmt egal.Und mir ebenfalls - solange er noch reden kann.«Taggert kniff die hellblauen Augen zu schmalen Schlitzen zusammen, rümpfte die lange und ein wenig schiefe Nase und bedachte Shadith mit einem hintergründigen Lächeln.»Lieber Himmel - du bist einfach prächtig, Tag.« Sie lachte leise und verneigte sich tief.»Respekt vor dem glänzenden Schrein deines Genies.«»Ach, komm schon …«»Wie du meinst.« Sie betrachtete die beiden Kisten.»Welche Überraschungen hältst du sonst noch bereit?«Taggert gab ein knurrendes Brummen von sich, und seine großen und kräftigen Hände bewegten sich flink und geschickt, als er eine Multiphasensonde samt Schloßknacker montierte und darüber hinaus einige Warnsensoren und Störemittierer zusammenfügte.Das vollständige Einbrecher-Paket, das garantierte, dem Besitzer Zugang zu Zimmern und Räumen zu ermöglichen, in denen er eigentlich nichts zu suchen hatte.Taggert blickte auf die Anzeige des winzigen Geräts in seiner Hand und streckte den anderen Arm aus.Shadith berührte Lin-fyar kurz an der Schulter und bedeutete ihm damit stehenzubleiben.Sie drückte den Kasten mit der Psychosonde an sich und beobachtete, wie Taggert einen der Störemittierer hervorholte.Er stellte den abgeflachten Zylinder in die Mitte des Tunnels, trat zurück und wartete, während sein Blick erneut auf die Anzeige gerichtet war.Linfyar schmiegte sich an Shadith.Taggert schritt auf und ab und beobachtete dabei die sich verändernden Lichter auf der Stirnseite des kleinen Scanners.Einige Sekunden verstrichen, und die Anspannung des Mädchens nahm zu.Dann blieb der Mann stehen.»Zuviel«, brummte er leise.»Der Ajin hat sich abgesichert wie jemand, der damit rechnet, daß eine ganze Armee in sein Quartier einzudringen versucht.«»Worin besteht das Problem?«»Das Feld ist nicht groß genug.«»Und wenn du zwei Störer nimmst?«»Nein.Die Emissionen würden sich gegenseitig überlagern und neutralisieren.Wäre vielleicht nicht einmal so schlecht.«»Eine Neutralisierung? Kommt nicht in Frage.« Shadithschwieg, starrte nachdenklich auf den Zylinder und versuchte, sich all das ins Gedächtnis zurückzurufen, was sie von solchen Sendern wußte.Ultraschall in bestimmten Intervallen.Um Alarmvorrichtungen unwirksam zu machen, fremde Meßsensoren zu stören, die Schaltkreise der gegnerischen Elektronik so sehr zu belasten, daß ihre Kapazität nicht mehr ausreichte, um die Geräuschmuster zu registrieren, auf die sie justiert war.Ein nicht sehr komplexes Warnsystem, das sich leicht umgehen ließ.Stammte gewiß nicht von Kell.Offenbar handelte es sich um eine Anlage, die der Ajin andernorts gekauft hatte.Und mit ziemlicher Sicherheit war er bei dem Geschäft übers Ohr gehauen worden.»Die ganze Steinfläche hier?«»Wäre denkbar.«»Hmm.Linfy?«Der Junge drückte sich noch fester an Shadith.»Ich weiß, daß es dir in den Ohren schmerzt, aber … Glaubst du, du wärst vielleicht dazu imstande, den Impulsen zu lauschen und sie anschließend selbst hervorzubringen, nur lauter? Nun, lauter für dich, meine ich - wir können sie nicht hören.«Linfyars Lippen zitterten und bebten, doch dann entfaltete er seine Ohren ein wenig.Er trat einige Schritte von Shadith fort und blieb geduckt stehen, wie ein Hirsch, der sich dazu bereit machte, jederzeit die Flucht zu ergreifen.Auf diese Weise verharrte er eine Weile, die Ohren nun völlig entrollt, am ganzen Körper bebend.Dann bedachte er seine Begleiterin mit einem kurzen Grinsen, nickte und öffnete den Mund.Der Kehlkopf tanzte auf und ab, als er, unhörbar für Taggert und Shadith, zu schreien begann.Taggert blickte auf die Anzeige des Meßgeräts, hob die Augenbrauen, nickte Shadith knapp zu und schritt durch den Tunnel [ Pobierz całość w formacie PDF ]