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.«»Na schön.Einen faulen Apfel gibt es immer.«Daniel war sofort klar, wer gemeint war.Die Erinnerung an Clay, der ihn durch das Loch in der Mauer gedrängt hatte, war ihm nur allzu gegenwärtig.»Erzähl ihm den Rest«, forderte Mollie.»Erzähl ihm von der dritten Regel.«Müde sah Rohan sie an.»Okay, Mol, okay.Es ist so, Daniel, der Grund, warum es keine Erwachsenen gibt, die so sind wie wir, ist die dritte Regel: Mit dreizehn ist es vorbei.Keiner behält seine Kräfte über seinen dreizehnten Geburtstag hinaus.«»Du meinst, ihr gebt eure Kräfte ab?«, fragte Daniel.»Einfach so?«»Nein, nicht ganz.Wir geben sie nicht einfach ab … Die Wahrheit ist, wir wissen nicht genau, was passiert.Wir wissen nicht, wie wir diese Kräfte bekommen, und wir wissen nicht, wie wir sie verlieren.Wenn ich an meinem dreizehnten Geburtstag morgens aufwache, werde ich so normal sein wie du und keinerlei Erinnerung daran haben, dass ich diese Kräfte jemals besessen habe.Es verschwindet einfach alles.«»Genau so ist es«, sagte Simon.»Du gehst als besonderer Mensch ins Bett, und wenn du aufwachst, bist du ein ganz gewöhnlicher Idiot wie jeder andere auch.«Diesmal trat Eric Simon kräftig gegen das Schienbein.»Au!«, jaulte der.»Wofür war das denn … oh.«Daniel merkte, wie ihm heiß wurde.Alle schauten ihn an.Der »ganz gewöhnliche Idiot« hatte einen roten Kopf bekommen.»Tja, wie auch immer.Tut mir leid«, sagte Simon.»Schon okay, kein Problem«, erwiderte Daniel.Was hätte er auch sagen sollen? Es stimmte doch.Hier stand er, ein ganz normaler Junge in einem Raum voller Superhelden.Er fühlte sich sehr klein.Wirklich sehr klein.Doch dieses Gefühl brachte nicht Daniels angeborene Neugier zum Schweigen.Eine geheime Gruppe von Superkindern? Ein paar merkwürdige Regeln, die von Kind zu Kind weitergegeben wurden? Nichts davon ergab einen Sinn.»Woher stammen denn dann diese Regeln? Ich meine, wer hat sie festgelegt?«»Erzählt es ihm! Das mit Johnny!«, sagte eine Stimme in Daniels Ohr, aber als er sich umdrehte, um zu fragen, wer dieser Johnny sei, war da keiner.»Johnny! Erzählt es ihm!«, wiederholte der leere Raum.»Rose! Du weißt genau, dass es sich nicht gehört, mit jemandem zu sprechen, der dich nicht sehen kann.Es ist unhöflich«, sagte Louisa.Sie kam herüber und setzte sich neben Daniel, doch sie blickte ihn nicht an.Sie schaute auf den leeren Platz direkt vor ihm.Rose wurde nur Zentimeter von Daniels Gesicht entfernt sichtbar.»Entschuldigung.«»Wer ist Johnny?«, fragte Daniel und versuchte, sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr ihn das plötzliche Sichtbarwerden von Rose erschreckt hatte.Louisa antwortete für ihre Schwester.»Johnny Noble.Er war der Erste von uns und er hat die Regeln verfasst – jedenfalls glauben wir das.Er war ein richtig echter Superheld.«»Es ist nur eine Legende«, sagte Mollie.»Nun, es gibt tatsächlich ein paar Beweise«, warf Rohan ein.Daniel unterbrach sie.Diese Truppe hier hatte die Angewohnheit, mit ihm zu reden, als ob er bereits über alles Bescheid wüsste.Das ging ihm allmählich auf die Nerven.»Jonathan Noble? Meint ihr den Typen, nach dem die Stadt benannt ist?«»Er war mehr als das«, sagte Eric.»Viel mehr.«Daniel hörte ein Rascheln hinter sich, und als er sich umdrehte, sah er, wie Rose in der Ecke in einem alten Schrankkoffer wühlte.Sie kam mit einem großen Stapel Comichefte zurück und legte sie vorsichtig vor ihm auf den Boden.Obwohl sie in Plastikfolie eingewickelt waren, konnte Daniel riechen, dass diese Hefte sehr alt sein mussten.Louisa leuchtete ihm mit der Taschenlampe, trotzdem hatte er Schwierigkeiten, in der Dunkelheit einzelne Details zu erkennen.»Wir brauchen mehr Licht«, sagte Eric.»Simon?«Mit einem Grinsen rieb Simon seine Handflächen heftig aneinander, und Daniel merkte, wie sich seine Haare im Nacken aufstellten.Die Luft im Raum roch wie kurz vor einem Gewitter.Elektrizität, erinnerte er sich.Ein winziges Lichtflackern erschien, dann noch eins und noch eins.Innerhalb weniger Minuten wurde das Baumhaus von ungefähr zwanzig kleinen glühenden Kugeln beleuchtet, keine größer als ein Golfball.Sie knisterten und knackten, während sie über den Köpfen der Kinder schwebten.»Wow«, sagte Daniel.»Das sind meine Irrlichter«, verkündete Simon und lächelte stolz.»Aber fass sie nicht an«, warnte ihn Louisa.»Sonst kriegst du einen Stromschlag.«»Sie stechen«, sagte Rose.»Ihr seid ein Haufen Memmen«, maulte Simon, doch Daniel stellte fest, dass er sie auch nicht berührte.Im Schein von Simons Irrlichtern sah er, wie alt die Comicalben tatsächlich waren – verblasst und vergilbt von den vielen Jahren.Die kleine Rose lehnte sich über Daniels Schulter und zeigte auf etwas.Auf jedem Album stand vorne in großen fetten Buchstaben der Titel: PHANTASTISCHE ZEITEN MIT JOHNNY NOBLE.Der Held auf jedem Umschlag war ein maskierter Mann in einem hautengen roten Shirt und schwarzer Hose.Auf allen Bildern vollbrachte er irgendeine heldenhafte Tat, die meisten hatten mit der Bekämpfung von Nazi-Panzern oder dem Verprügeln feindlicher Soldaten zu tun.All diese Comics stammten offenbar aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, waren jedoch für ihr Alter in erstaunlich gutem Zustand.Bestimmt waren sie ein kleines Vermögen wert.Daniel war verwirrt.Dies hier waren Comics über einen Superhelden, eine Figur namens Johnny Noble, doch Jonathan Noble war ein echter Mann aus Fleisch und Blut.Sicher, er war der Held der Gegend hier, und auch wenn man davon ausging, dass sich ein paar Märchen um ihn rankten, war er doch ein realer Mensch.Daniel dachte an das Foto, das er in der Sternwarte gesehen hatte.Die Figur in diesen Comics wurde hingegen bei unglaublichen Aktionen wie Fliegen oder beim Heben von Drei-Tonnen-Panzern gezeigt.Genau, unglaubliche Aktionen wie Fliegen.»Ihr wollt mir erzählen, dass das derselbe Mann ist? Dass Jonathan Noble, der Held aus Noble’s Green, auch …«»Auch als Johnny Noble bekannt ist, ein Superheld aus dem Zweiten Weltkrieg.« Eric setzte sich neben Daniel und nahm ihm eins der Hefte aus der Hand.Sehr vorsichtig entfernte er die Schutzfolie und öffnete es, wobei er darauf achtete, nicht zu fest auf die Seiten zu fassen.Auf dem Umschlag war ein Bild von Johnny Noble in einem dunklen Wald, wo er von Schützengraben zu Schützengraben sprang, Maschinengewehrnester aushob und Stacheldraht zerriss.»Eric!«, sagte Daniel.»Das sind Comichefte, keine Geschichtsbücher.« Er lief hin und her.Sein Schockzustand war verflogen und sein logischer Detektivverstand hatte sich wieder eingeschaltet.Doch Eric schüttelte nur den Kopf.»Es ist mehr als das, Daniel.Unter den Superkids kursierte schon immer die Legende über einen Jungen, der erwachsen wurde und seine Kräfte behielt.Sie besagt, dass einer der Ersten von uns so stark und so heldenhaft war, dass er seine Kräfte nicht verlor, als er dreizehn wurde.Weißt du, es ist wie ein Test – wir bekommen diese Kräfte, und wir müssen unter Beweis stellen, dass wir verantwortungsvoll handeln, um sie behalten zu können.Wir müssen beweisen, dass wir Helden sind [ Pobierz całość w formacie PDF ]