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.Sie erinnerte sich an die GefechtsROMs der Kämpfe, die ihr Bruder während der Clan-Invasion ausgetragen hatte, und sogar an ein paar ältere Aufzeichnungen aus den MechKriegertagen ihrer Mutter.Wie oft war Cassandra dabei nicht aufgefallen, daß andere MechKrieger sich geweigert hatten, Kai oder Candace zu Hilfe zu kommen, weil sie überzeugt waren, sie wären dem Gegner allein gewachsen und würden ihnen die Einmischung womöglich sogar übelnehmen? Ein hohes Lob, hatte sie damals gedacht.Der Marshal kam den Hügel herauf.Sein Pilot versuchte sichtlich, in ihren Rücken zu gelangen.Cassandra drehte den Cestus und schwenkte den Torso zurück in die Frontale, während sie einen Seitschritt ausführte, um ihrem Gegner zuvorzukommen.Es war eine Hilfe, daß der andere Mech bergauf mußte.Dadurch erhielt sie eine Zielerfassung, gerade als die Schultern des Marshal den schmalen Kamm erreichten, auf dem sie stand.Er war jetzt nahe genug heran, so daß sie die Insignien der Füsiliere und die Markierungen erkennen konnte, die seinen Piloten als Kompanieführer kennzeichneten.Im Duell mit dem kampferfahrensten Gegner im Feld.Na dann, Cassandra.Du wolltest doch sehen, wie gut du bist.Hier ist deine Chance.Smaragdgrünes Licht zuckte aus dem rechten Armlaser und dem mittelschweren Impulslaser im Torso des canopischen Marshal.Beide Schüsse trafen.Der schwere Lichtwerfer verdampfte den Rest ihrer rechten Seitenpanzerung, und der M-Laser fraß sich in den bis dahin unbeschädigten rechten Arm.Gleichzeitig schlug der canopische MechKrieger in einer Sensenbewegung mit dem linken Arm seiner Kampfmaschine nach den Beinen des Cestus, um ihn auf dem unebenen Gelände zu Fall zu bringen.Aber bevor der Schwinger landen konnte, schlug Cassandra hart zurück.Auf diese extrem kurze Distanz verfehlte ihr Gaussgeschütz das Ziel, aber das war auch alles.Die schweren Laser der Paktmaschine bohrten sich auf beiden Seiten in den wuchtigen Torso des Marshal, während die mittelschweren Waffen sich Arm und Bein der rechten Seite vornahmen.Rubinroter Widerschein erhellte die Nacht, als die Metallkeramik unter der enormen Hitze zerschmolz oder sauber von der Halterung geschnitten wurde.Lodernde Metallbrocken stürzten zu Boden.Na, wie war das?Cassandra fühlte den Aufprall und hörte das Knirschen zermalmter Panzerung, als der Arm des Marshal gegen ihr Mechbein schlug.Sie hatte keine Mühe, das Gleichgewicht zu halten, und erwiderte den Angriff mit einem kräftigen Tritt.Myomermuskeln, die stark genug waren, einen Kampfkoloß von fünfundsechzig Tonnen zu tragen, stießen das Bein mit gewaltiger Kraft nach vorne.Der schlanke Fuß des Cestus krachte in die rechte Seite des Marshal und löste einen Funkenregen aus, als er durch die verbliebene Panzerung ins Torsoinnere brach.In den Lautsprechern des Neurohelms überlagerten sich mehrere Stimmen, als die Lanciers abgeschossene oder kampfunfähig gemachte Feindmaschinen meldeten.Soweit sie es feststellen konnte, hatte ihre Einheit bis jetzt nur einen Mech verloren, einen Totschläger, der ein Bein verloren hatte.Das ließ sich leicht genug reparieren.Dann zog sich der Marshal etwas zurück und senkte die Arme, und sie empfing von starkem Rauschen überlagerte Bruchstücke eines Funkspruchs.».für Rückzug und Heimführung.«Der Kommandeur der canopischen Patrouille erkundigte sich nach den Kapitulationsbedingungen.Aber es gab keine, konnte keine geben, und beinahe hätte Cassandra das Feuer auf ihren beständig zurückweichenden Gegner eröffnet.»Frakes«, rief sie über die zerhackte Befehlsleitung.»Senken Sie die Störleistung weit genug, um mir ein Gespräch mit dem Marshal zu ermöglichen.« Sie wartete mehrere Sekunden, dann versuchte sie es mit einem offenen Funkspruch über eine allgemeine Frequenz »Hier Majorin Cassandra Allard-Liao.Können Sie mich hören?«Die Antwort kam leise und stark gestört, aber verständlich.Die Stimme war erkennbar weiblich.»Gerade so eben.Welche Lösegeldforderungen stellen Sie für die Erlaubnis, meine Einheit zurückziehen zu dürfen?«Cassandra zögerte mehrere Sekunden, so überrascht war sie, es nicht mit einem Mann zu tun zu haben.Sie hatte völlig vergessen, daß im Magistrat Canopus die Frauen das Militär kontrollierten.Sie schluckte, um ihre trockene Kehle anzufeuchten.»Ich kann kein Lösegeld akzeptieren«, stellte sie fest.»Unser Auftrag war, auf jede mögliche Art und Weise Material und Ausrüstung als Ersatz für die von capellanischen Truppen auf Hustaing und Denbar konfiszierten Bestände zu besorgen.Ihre Leute werden bis zu einem Gefangenenaustausch in Gewahrsam gehen.«»In diesem Fall kämpfen wir bis zum letzten Blutstropfen, Majorin Liao.Und alle Todesfälle gehen auf Ihre Verantwortung.«Auf diese Bemerkung reagierte Cassandra verärgert.Inzwischen war die Innentemperatur ihres Cockpits auf erträglichere Werte gefallen, und sie atmete leichter.»Wenn man dazu nicht bereit ist, sollte man keine Krieger ins Feld führen«, stellte sie brüsk fest.»Außerdem wird das Verschwinden Ihrer Einheit dazu führen, daß Truppen für die Suche nach Ihnen eingesetzt werden und dementsprechend vom Angriff auf Paktverteidiger abgezogen.« Aber noch während sie das sagte, spürte sie einen Teil ihrer Wut verebben und wußte, daß die Füsilier-Kommandeurin eine Chance hatte, sie zu überreden.Ihr Gegenüber enttäuschte sie nicht.»Falls Sie gestatten: Zwei meiner MechKriegerinnen, die gezwungen waren, aus ihren Maschinen auszusteigen, wurden bereits von einem Zivillastwagen eingesammelt.Es wird keine großangelegte Suchaktion geben.Ich verfüge über vier einsatzbereite Mechs, wenn wir den einbeinigen Kommando mitzählen.Im Austausch für die drei anderen BattleMechs und die Freiheit all meiner Kriegerinnen bin ich bereit, Ihnen meinen Marshal auszuhändigen.Ich erwarte, daß der Erste Lord Liao unsere Verluste aus Ihren erbeuteten Beständen oder mit neueren Konföderationsmodellen ausgleicht.«Cassandra knirschte mit den Zähnen, als sie hörte, wie respektvoll die Canopierin Sun-Tzu betitelte, und fast hätte sie ihren Vorschlag aus purem Trotz abgewiesen.Aber dann überlegte sie.Was würde Mutter tun? Was würde Kai tun? Zum ersten Mal war sie sich nicht sicher, daß beide zugestimmt hätten.Kai hätte niemals so lange gebraucht, um einen Marshal zu erledigen, und wäre inzwischen schon mit Aufräum- und Bergungsarbeiten beschäftigt.Und Mutter würde den Vorschlag wahrscheinlich ablehnen oder sehr viel härter verhandeln.Aber ich bin weder Kai noch Mutter.Ich habe hier und heute einen Sieg errungen.Es war nicht der klare Erfolg, den ich mir erhofft hatte, aber es ist ein Anfang.Cassandra nickte in die Dunkelheit jenseits des Sichtschirms.»Ich bin einverstanden, Commander.« Mehr Glück beim nächsten Mal27Palast des Himmels, Zi-jin Cheng(Verbotene Stadt), SianKommunalität Sian, Konföderation Capella1.April 3061 Sun-Tzu hatte den Sessel vor das Aquarium in der Ecke des Büros gezogen.Das leise Brummen der Sauerstoffpumpe war über dem Trappeln auf den Gängen des Palasts kaum wahrnehmbar.Wahrscheinlich Hofbeamte auf dem Weg zu ihren morgendlichen Verpflichtungen.Sun-Tzu ignorierte die Geschäftigkeit auf den Korridoren und versenkte sich statt dessen in die Betrachtung des flammend orangeroten Chinesischen Kampffisches, der elegant zwischen Neontetras und kleinen silbernen Meerengeln durch das Wasser glitt.»So, so, Kai«, sprach er den Kampffisch an, als der auf seinem aquatischen Flug kurz anhielt [ Pobierz całość w formacie PDF ]