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.»Ja«, sagte Greg, »deshalb sieht sie ja auch aus wie ein Nadelkissen.«Ken schaute auf die Tote, und Greg zeigte auf die vielen Stellen von Hormonspritzen und die zahlreichen blauen Flecke, die verrieten, daß man ihr Blut entnommen hatte, um den Östrogenspiegel festzustellen.»Autsch«, sagte Ken, als er das sah.»Und hier ist eine ganz frische Stelle«, sagte Greg und zeigte auf ihre linke Ellbogenbeuge.»Siehst du die Blutverfärbung unter der Haut? Man muß ihr nur wenige Stunden vor dem Sprung aus dem Fenster noch Blut abgezapft haben.In unserer Notaufnahme kann das nicht geschehen sein.Sie war ja schon tot, als sie dort eintraf.«Die Blicke der beiden Ärzte trafen sich.Beiden war der gleiche Gedanke gekommen.Mit Sicherheit war die Tote nicht drogenabhängig gewesen.»Vielleicht sollten wir eine genaue toxologische Untersuchung vornehmen«, sagte Greg bedeutungsvoll.»Gerade das wollte ich vorschlagen«, sagte Ken.»Immer daran denken, daß man uns für unser Mißtrauen bezahlt!«»Bezahlt wirst du«.sagte Greg lachend.»Als Assistenzarzt speist man mich ja mit einem Almosen ab.«»Ach, komm«, sagte Ken.»Als ich an deiner Stelle war…«»Bitte, erspare mir das!« sagte Greg und hob das Skalpell.Lachend fuhr er fort: »Ich habe schon genug darüber gehört, wie man im Mittelalter Medizin betrieben hat.«»Wie sieht es mit den Aufpralltraumen aus?« fragte Ken.Rasch zeigte ihm Greg die einzelnen Spuren.Unzweifelhaft hatte sie beide Beine und das Becken gebrochen.Die rechte Hand war im Gelenk unnatürlich abgebogen.Unverletzt war jedoch der Kopf geblieben.»In Ordnung«, sagte Ken.»Du kannst schneiden.«Mit wenigen geschickten Bewegungen führte Greg das rasiermesserscharfe Skalpell, schnitt die Haut auf und legte die netzverkleideten Organe frei.Dann durchtrennte er mit langen Scheren die Rippen.»Ah, oh!« rief Greg.Er hatte gerade das Manubrium oder Brustbein angehoben.»In der Brusthöhle ist Blut.«»Worauf deutet das hin?« fragte Ken.»Ich würde sagen, auf einen Schlagaderriß«, antwortete Greg.»Nach einem sechs Stockwerke tiefen Fall kann der Körper das nötige Aufprallgewicht von 900 Kilo erreicht haben.«»Donnerwetter«, sagte Ken scherzhaft, »du scheinst ja auch in der Freizeit Fachliteratur zu lesen.«»Manchmal schon«, gab Greg zu.Vorsichtig füllten die Männer das Blut aus beiden Lungenhöhlen in ein Meßglas.Als sie fertig waren, sagte Greg nach einem Blick auf das Glas: »Vielleicht habe ich mich mit dem Schlagaderriß doch geirrt.Es sind ja nur ein paar hundert Kubikzentiliter.«»Da bin ich anderer Meinung«, sagte Ken und zog die Hand aus der Brusthöhle.»Fühl mal am Aortabogen entlang!«Greg sah zur Decke hoch, um sich ganz auf sein Tastgefühl zu konzentrieren.Der Finger, mit dem er an der Aorta entlangtastete, glitt plötzlich in ein Loch.Es war tatsächlich ein Schlagaderriß.»Na ja, aus dir könnte schon noch ein brauchbarer Pathologe werden«, sagte Ken.»Danke, Karnak du Prächtiger, du Allessehender und Allwissender«, erwiderte Greg scherzhaft.Doch das Kompliment hatte ihm offensichtlich wohlgetan.Dann machte er sich daran, die Leiche weiter auseinanderzuschneiden.Während er noch bei der Arbeit war, läuteten auf einmal in seinem gerichtsmedizinisch geschulten Verstand die Alarmglocken.An diesem Fall war etwas faul.Irgend etwas stimmte hier ganz und gar nicht.Da Marissa schon eine Eizellenverpflanzung erlebt hatte, wußte sie, was sie erwartete.Es würde nicht sehr schmerzhaft sein, schon gar nicht im Vergleich zu den unzähligen Eingriffen, die sie hinter sich hatte.Trotzdem war es immer noch ein unangenehmes und demütigendes Erlebnis.Um die Gebärmutter in eine hängende Lage zu bringen, mußte sie sich auf den Bauch legen und dann die Knie bis an die Brust ziehen.Ihr Hinterteil ragte in die Luft.Man hatte zwar ein Laken über sie gebreitet.Trotzdem fühlte sich Marissa völlig nackt und preisgegeben.Die einzigen Anwesenden waren Dr.Wingate, seine Laborantin Assistentin Tara MacLiesh und Mrs.Hargrave.Aber dann ging die Tür auf, und Linda Moore kam herein.Der Umstand, daß Leute hier einund ausgingen, war mit dafür verantwortlich, daß Marissa sich so hilflos ausgesetzt fühlte.Linda stellte sich in der Nähe der Stelle auf, wo Marissas Kopf war, und sagte zu ihr: »Es kommt viel darauf an, daß Sie sich entspannen.« Sie tätschelte Marissas Schulter [ Pobierz całość w formacie PDF ]