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.»Du Metze.Das kannst du nicht tun … ich werde es nicht zulassen.Wer bist du, alles zu zerstören, wofür ich gearbeitet habe?«»Du weißt, wer ich bin«, antwortete sie und hob die Klinge.»Metze«, knurrte er wieder.Eve sah seine hektische Handbewegung aus dem Augenwinkel und blickte schnell auf, nur um zu entdecken, dass sein Gesicht eine Maske ungezügelten Hasses war, die Zähne gefletscht, die Augen kaum mehr als glühende Schlitze.Sie wappnete sich für das, was kommen würde.Neben sich konnte sie mehr fühlen als sehen, dass Hazard fast am Ende seiner Selbstbeherrschung war.Sie wusste, wenn sie nicht schnell handelte, würde er es tun.Wenn es einen Drachen zu töten gab, wollte er derjenige sein, der es tat, egal, welche Risiken und Konsequenzen das nach sich zog.Das wusste sie, und sie liebte ihn dafür.Aber heute Nacht ging es um mehr, als sie zu retten oder mit Pavane quitt zu werden.Um viel mehr.Sie brauchte Hazard hier, um es zu vollbringen, aber er konnte es ihr nicht abnehmen.Mit einer Hand zog Pavane einen Kreis in die Luft über seinem Kopf und weckte damit den Wind um sie herum, einen Sturm, der so heftig wurde, dass es sich wie eine Welle anfühlte und nicht wie Luft.Rory verlor das Gleichgewicht und kauerte sich auf den Boden.Hazard zog Gran an sich und fing den Hagel von Kies und anderen Gegenständen ab, die von dem Sturm herumgeschleudert wurden: Mülleimer, rostige Gartenwerkzeuge, Zaunlatten.Eve konzentrierte sich und schlug zurück.Sie sandte ihren Willen aus und presste ihn gegen seinen.Sie trafen mit einem Knall aufeinander, den sie in ihrem Kopf als Druck spürte, und dann verschwand der Wind so plötzlich, wie er gekommen war.Und Pavane kochte vor Wut.Das hier war der Kampf.Dunkelheit gegen Licht.Pavane wollte ihre Macht und ihre Seele in seinen Besitz bringen.Das konnte er nicht, also wollte er sie vernichten.Und sie wollte dasselbe: ihn vernichten.»Ich verbanne dich zurück in die Dunkelheit«, rief sie und packte den Dolch fester.»Tu es, und deine Liebe wird aufhören zu existieren«, warnte Pavane sie, und unwillkürlich zögerte Eve.Er zeigte auf Hazard.»Verbanne mich, und meine letzte Tat in diesem Reich wird es sein, den Fluch zu beenden und ihn sterben zu lassen.«»Du kannst nicht beenden, was es niemals gab«, antwortete sie.»Dein Fluch war ein Witz, ein Fehlschlag.«»Für ihn war es kein Witz.Er lebt.«»Aber nicht deinetwegen«, sagte sie und war sich ihrer Sache vollkommen sicher, ohne erklären zu können, wieso.»Hazard lebt wegen dem, was in ihm ist.Er lebt, weil er in sich trägt, wonach du dich verzehrst … wofür du betrogen und gequält und gemordet hast: die Magie des Talismans.Du wolltest ihn verfluchen, und stattdessen erhielt er die T’airna-Magie, um sie zu bewahren.«»Du lügst!«, schrie er.Er hob die Arme und hielt sie gekrümmt vor sich, die Hände zu Fäusten geballt.Die Fesseln des Arricles an seinen Handgelenken wurden feuerrot wie das Eisen im Feuer eines Schmieds.»Eve, schau … was ist das?«Es war Rorys Stimme, und Eve dachte, sie spräche von den Zeichen an seinen Handgelenken, bis sie die schwarzen Schatten sah, die aus jeder Pore von Pavanes Körper auszutreten schienen.Er hatte ihr gesagt, dass die Zeichen ein offenes Tor zum Nichts darstellten.Jetzt glühten die Male, und etwas Böses drang aus ihm und erfüllte die Luft.Plötzlich verstand sie, dass er das Tor einsetzte, um die Dunkelheit hierherzurufen, und spürte einen Stich der Angst.Die schattige Substanz schwebte in der Luft um sie herum, während sich ein seltsames, finsteres Wesen ausbreitete.Als es sich den Kerzen näherte, beobachtete Eve nervös, ob ihr Kreis halten würde.Was auch immer es war, sie wollte nicht, dass es freikam.Es erreichte den Rand des Kreises und hielt an, wie Wasser sich hinter einem Damm sammelt.Innerhalb des Kreises wurde es dunkler.Die Luft füllte sich mit Schatten, die sich auf ihrer Haut und ihrer Zunge ölig anfühlten.Sie rief dem Hexer zu: »Sei kein Narr, Pavane.Was auch immer es ist, es wird auch dich töten.«»Ich setze darauf, dass es zuerst dich oder eine der Deinen töten wird und sich der Kreis dann öffnet.Erspar dir dieses sinnlose Opfer und lass mich frei.Wir können uns darauf einigen, dass wir miteinander fertig sind und jeder seiner Wege geht.«Dem hätte sie nicht einmal zugestimmt, wenn sie ihm geglaubt hätte – und das tat sie nicht.Sie konnte ihn nicht freilassen, solange er noch eine wie auch immer geartete Verbindung zum Anhänger hatte.Er hatte bereits bewiesen, wie einfallsreich er sein konnte.Sie wollte nicht, dass eine andere T’airna-Frau irgendwann in der Zukunft mit ihm kämpfen musste, nur weil sie ihre Aufgabe nicht zu Ende gebracht hatte.Sie hatte Magie als Geschenk und als Belastung empfunden, aber niemals zuvor als Verantwortung.Sie sammelte ihre Macht und schleuderte sie mit voller Wucht nach vorn, um die Schatten weit genug zurückzutreiben, dass sie die dunkle Linie zwischen Pavane und dem Anhänger sehen konnte.Sie konzentrierte sich, riss den Arm hoch und stieß den Dolch mit aller Kraft nach unten.Die Tatsache, dass das Band ein magisch erzeugtes Phantasiegebilde war, machte es nicht weniger real – unnachgiebig, Funken schlagend, verdammt stabil.Als die Klinge auf die Linie traf, klang ein schriller Ton durch die Nacht, und ein zehntausend Volt starker, sehr realer Schmerz schoss durch ihren Arm.Der pure Schlag ließ sie stolpern; der reine Schmerz fuhr ihr in die Schulter, wo er anfing, das Gelenk zu zerstören, Knochen für Knochen, Sehne für Sehne.Zumindest fühlte es sich so an.Unendliche, lähmende Qualen.Sie wollte weinen und fluchte stattdessen.Immer noch mit einer Hand an der Schulter beugte sie sich vor, um nach dem Zeremoniendolch zu suchen.Die Schatten, die sich aus dem Nichts ergossen, waren inzwischen so dicht, dass sie ihre eigenen Füße nicht mehr sehen konnte, also ging sie in die Hocke und tastete den Boden danach ab.»Du kannst das nicht.«Eve erstarrte.Sie war sich nicht sicher, ob diese heimtückische Stimme von irgendwo da draußen kam oder aus ihrem eigenen Kopf.Die Botschaft war unmissverständlich.Aber war es wahr?Vielleicht konnte sie es wirklich nicht.Sie hatte keine Ausbildung.Keine Erfahrung.Sie kannte nicht einmal alle Regeln.Was zur Hölle hatte sie glauben lassen, sie könnte das durchziehen? Vielleicht war das unerschütterliche Selbstvertrauen, das sie empfand, seit sie den Anhänger umgelegt hatte, genauso eingebildet wie diese dunkle Linie … nur nicht so undurchdringlich.Denn jetzt, im schlimmstmöglichen Moment, hatte sie ihr Selbstvertrauen verloren.Sie richtete sich auf.Vielleicht konnte sie es nicht.Noch bevor sich der Kloß in ihrem Hals bilden konnte, war Hazard an ihrer Seite, sein Körper so nah an ihrem, dass nicht einmal die Schatten dazwischen Platz fanden.Er beugte sich zu ihr herab und legte seinen Mund an ihr Ohr.»Du kannst das«, sagte er mit tiefer, fester Stimme.»Du bist die erstaunlichste Frau, die ich jemals getroffen habe.Nicht, weil ich dich liebe, sondern weil es so ist.Du kannst das.Du bist dafür geboren.Und mir war es immer bestimmt, an deiner Seite zu stehen, wenn du es vollbringst.«Er hob den Kopf und suchte ihre Augen, und sein Blick war vollkommen offen, als er ihr den Dolch in die Hand drückte.»Beende es jetzt«, sagte er.Eves Finger schlossen sich um den Griff.In einer einzigen geschmeidigen Bewegung drehte sie sich um und hob den Arm.In diesem Moment dachte sie nur an das, was sie vorhatte, und als sie die Klinge nach unten führte, streckte Hazard den Arm aus und legte seine Hand auf ihre, so dass sie sich zusammen bewegten, als wären sie eins.Wieder erklang das kreischende Geräusch, als die Klinge auf die Linie traf, doch diesmal hörten sie Pavanes wütendes Brüllen, als seine einzige Verbindung zu dieser Welt zerstört wurde [ Pobierz całość w formacie PDF ]