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.Doch sie erlaubte sich nur einen flüchtigen Blick.Sie musste aufhören, über ihn nachzudenken, und sich stattdessen auf ihren nächsten Schritt konzentrieren.Sie war aus dem Raum direkt in den Himmel geschnellt und auf dem Dach gelandet.Von dort aus sprang sie auf den Boden.Dann rannte sie mitten durch das Fest.Doch für die Partygäste war sie nur ein pinkfarbener Schemen.Mitternacht war schon vorbei und die Feierlichkeiten hatten eine unheimliche Wendung genommen.Eine gewisse Lüsternheit hatte viele der Anwesenden erfasst, als die Bollywoodstars ihren betörenden Tanz aufführten und ihre Körper verrenkten, während unzählige Trommler einen gleichmäßigen und zugleich verführerischen Rhythmus auf holzfassartigen Dholak-Trommeln spielten.Diese Musik hatte eine hypnotische Wirkung.Ihr zuzuhören war, als würde man zu stark gekitzelt werden– so stark, dass das Kitzeln aufhörte, lustig zu sein und stattdessen zu einer Art Folter wurde.Skyler platzte durch eine Reihe Bhangra-Tänzer, warf dabei einen der kostümierten Stelzenläufer um und wich gerade noch ein paar Fackelträgern aus, die sich in einem Kreis aufgestellt hatten.Doch wohin sie auch lief, er war direkt hinter ihr.Nur einen Herzschlag entfernt.Skyler!Sie hörte seine Stimme klar und deutlich in ihrem Kopf.Jack nutzte die Gedankenkontrolle.Das war unfair.Hätte er ihren Namen laut ausgesprochen, hätte sie ihm vielleicht vergeben.Doch zu wissen, dass er in ihren Verstand eingedrungen war– was ihm genauso leichtfiel wie früher–, brachte sie aus der Fassung.Sie flitzte an Tigerbändigern, Feuerschluckern und an einer Gruppe betrunkener europäischer Adliger vorbei, die ihren menschlichen Vertrauten fast das ganze Blut ausgesaugt und sie halb ohnmächtig an den Flussmauern zurückgelassen hatten.Das war keine Party mehr, das war etwas anderes.Etwas Böses, Verkommenes.Eine Orgie, ein abscheuliches Gelage, verdorben und gewissenlos.Skyler spürte, dass es etwas– oder jemanden– gab, der hier jeden aufreizte und bis an den Rand des Wahnsinns trieb.Und sie hörte noch immer Jacks federleichte Schritte hinter sich.Die Jagd forderte sie heraus: Sie beanspruchte ihre Vampirmuskeln, wie sie es noch nie getan hatte.Verdammt, war er schnell! Aber ich bin schneller, dachte sie.Ich kann dir entkommen, Jack Force.Versuch es nur, du wirst mich niemals kriegen.Ich kann und ich werde.Skyler schirmte ihren Geist gegen die Gedankenkontrolle ab, wie Lawrence es ihr beigebracht hatte.Das würde ihn fernhalten.Sie musste sich irgendwo verstecken.Sie kannte diesen Ort.Cordelia hatte sie während ihrer Besuche oft stundenlang allein gelassen.Als Kind hatte sie jeden Zentimeter der riesigen Anlage erkundet.Sie kannte jeden Mauerspalt, jedes geheime Versteck– sie würde ihn im Wohntrakt abhängen.Es gab so viele verborgene Wandschränke und geheime Abteilungen.Sie rannte durch den Dienstboteneingang zurück in das Palais.Während sie weiterhetzte, sandte sie mithilfe der Gedankenkontrolle selbst eine Nachricht.Oliver!Oliver!Sie versuchte, ein Signal von ihm zu empfangen.Oliver!Für Telepathie waren Menschen meist nicht feinfühlig genug.Oliver hatte es nie geschafft, ihre Gedanken zu lesen, geschweige denn direkt zu ihrem Geist zu sprechen.Sie waren immer ins Stocken geraten, wenn sie die mentale Brücke aufbauen wollten, die einen Vampir mit seinem menschlichen Conduit verbindet.Sie waren noch jung und es konnte ein Leben lang dauern, eine Brücke zu bauen, wie sie zwischen Lawrence van Alen und Christopher Anderson bestanden hatte.Vielleicht waren sie in fünfzig Jahren dazu in der Lage, telepathisch in Verbindung zu treten, aber jetzt noch nicht.Doch sie musste Oliver finden.Er war mit Sicherheit krank vor Sorge um sie.Vermutlich streifte er umher, ignorierte das Feuerwerk und trank zu viele Cocktails, nur um ruhig zu bleiben.Er hatte so viel aufgegeben, damit er bei ihr sein konnte.Natürlich würde er sagen, es sei seine Pflicht, sein Schicksal, an ihrer Seite zu leben und zu sterben.Aber sie wurde das Gefühl nicht los, eine Belastung für ihn zu sein, ihm zu viel zuzumuten.Sie hatte ihn dazu verdammt, für immer auf der Flucht zu sein.Er hatte ihr alles gegeben– seine Freundschaft, sein Vermögen, sein Leben– und alles, was sie ihm geben konnte, war ihr Herz.Sie hasste sich dafür.Ein schrecklicher Gedanke traf sie wie ein Schlag: Was, wenn sie Oliver zuerst in die Hände bekommen hatten? Sie wollte lieber nicht darüber nachdenken.Als Skyler durch die Empfangshalle lief, wurde es plötzlich stockdunkel um sie herum.Jemand hatte alle Lichter des Palastes ausgeschaltet [ Pobierz całość w formacie PDF ]