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.Jacks feine Ohren fingen plötzlich eine geflüsterte Unterhaltung auf, die irgendwo hinter einem Gebüsch stattfand.»Lass ihn eine Pirouette drehen!«, hörte er Mimis Stimme.Jack trat ein paar Schritte zurück, sodass er hinter die Hecke blicken konnte, und sah, wie Kingsley mit der Hand winkte.Daraufhin sprang der Junge hoch und vollführte auf dem Geländer eine elegante Drehung.Die Menge schnappte nach Luft, doch er landete sicher wieder auf den Füßen.Er wirkte merkwürdig gelassen, als sei ihm die Gefahr, in der er sich befand, gar nicht bewusst…Jack beobachtete Kingsley scharf.In dem Moment war ihm klar, was da vor sich ging.Kingsley benutzte die Fähigkeit der Gedankenkontrolle, um den Jungen zu manipulieren, so wie ein Marionettenspieler die Puppen tanzen ließ.Auf den Meetings des Komitees hatte man ihnen harte Strafen angedroht, sollten sie je ihre Kräfte bei Red Bloods anwenden, ohne dass es sich um einen Notfall handelte.Jack fühlte rasenden Zorn in sich aufsteigen.Dieser arrogante Idiot.Kingsley brachte sie alle in Gefahr.»Gib ihn frei!«, befahl Jack mit erhobener Hand und funkelte Kingsley wütend an.»Hey, Kumpel, wir machen doch nur ’n bisschen Spaß«, sagte Kingsley.Ein weiterer Wink seiner Hand und der Junge erwachte aus seiner Trance.Er schrie laut auf, als er sich plötzlich auf dem Balkongeländer wiederfand.Er schwankte, sein linker Fuß rutschte ab…»Martin! Bring ihn sicher da runter! Sofort!«»Wenn du drauf bestehst«, sagte Kingsley, den das Spiel inzwischen sowieso schon zu langweilen begann.Der Junge fand die Balance wieder und kletterte sicher vom Geländer auf die Terrasse hinunter.»Modo caeco«, flüsterte Jack und sandte damit einen Vergessenszauber über alle Menschen, die zugesehen hatten, damit sie sich an das Spektakel nicht mehr erinnerten.Dann stellte er Kingsley zur Rede.»Das war dumm und gefährlich, um nicht zu sagen grausam und peinlich!« Noch nie in seinem Leben war er so sauer gewesen.Und dass Mimi daneben gestanden hatte, machte das Ganze nur noch schlimmer! War er eifersüchtig? Oder war er nur wütend und enttäuscht, dass seiner Schwester solch fieses Verhalten offenbar imponierte?»Sei doch kein Spielverderber, Force«, sagte Kingsley.»Es ist ja keinem was passiert.«»Genau, Jack, lass gut sein«, sagte Mimi.»Dem Kleinen wär nichts geschehen.«»Darum geht es nicht, Mimi«, sagte Jack.»Die Wächter werden davon erfahren.«»Ach, die Wächter!« Kingsley lachte und fragte dann höhnisch: »Hör mal, warum verpfeifst du mich nicht höchstpersönlich? Oder identifizierst du dich schon so sehr mit den Red Bloods, dass du vergessen hast, dass dein Blut blau ist?«Jack errötete bis in die Haarspitzen.»Ihr Forces, oder wie immer ihr euch heutzutage nennt, ihr wärt nichts ohne meine Familie, ohne die Opfer, die wir gebracht haben«, stieß Kingsley hervor.»Wenn du deine Worte jemals bereust, weißt du, wo du mich findest, Force.« Er drehte sich um und marschierte davon.»Jack, es war nur ein Scherz«, sagte Mimi und legte ihrem Bruder die Hand auf die Schulter, um ihn zu beschwichtigen.»Lass mich!« Jack schüttelte sie ab und lief Richtung Schulgebäude davon.Verärgert folgte Mimi ihm.»Jack, warte, komm schon!«Doch Jack drehte sich nicht um.Seine Ohren brannten vor Scham, weil Kingsley ihn öffentlich gedemütigt hatte.Hätte er sich besser nicht einmischen sollen? Aber war es denn nicht seine Pflicht gewesen, Kingsley aufzuhalten? Hatte er denn wirklich keinen Humor, wie seine Schwester sagte? Und davon abgesehen, wovon redete Kingsley? Welche Opfer hatten die Martins gebracht?Er würde seinen Vater danach fragen müssen.22Oliver hatte für Skyler im Chemielabor den Platz neben sich frei gehalten.Er reichte ihr die Schutzbrille und sie streifte sich ihren Kittel über.»Was machen wir heute?«, fragte sie und rückte die Brille zurecht.Oliver hatte seine bereits aufgesetzt.Die ganze Klasse sah wie eine Schweißertruppe aus.Mimi beschwerte sich quer durch den Raum, dass die Brille einen roten Fleck auf ihrer Nase hinterließ, aber es interessierte niemanden.»Stellen wir wieder Bonbons her?«, fragte Skyler.Oliver überprüfte den Bunsenbrenner und zündete ihn an.Eine kleine bläulich rote Flamme flackerte auf.»Jepp.«Noch vor Kurzem waren sie von MrAnthony unterrichtet worden, dem unkonventionellsten und charismatischsten Chemielehrer überhaupt.Doch leider war MrAnthony über die Winterferien entlassen worden, weil er eine unglückliche Affäre mit einer Schülerin gehabt hatte, die auch noch schwanger geworden war.Mit MrAnthony verschwanden leider auch seine spannenden Experimente und die Schüler mussten sich wieder mit dem langweiligen MrKogan abfinden.Nun arbeiteten sie schon seit zwei Wochen daran, eine chemische Reaktion zwischen Wasserstoff und Fruktose zu erzeugen – auch bekannt als Bonbonherstellung mittels Wasser und Zucker [ Pobierz całość w formacie PDF ]