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.Und so hatte er plötzlich genug Männer, um Tariq Assad rund um die Uhr überwachen zu lassen, während er und Hali in einer billigen Absteige ausharrten, die von der Tong unterhalten wurde.Die Bande meldete mittels nicht registrierter Mobiltelefone alle sechs Stunden die neuesten Aktivitäten Assads, so dass sie sich nach ein paar Tagen ein ziemlich genaues Bild von Assads Gewohnheiten machen konnten.Gewöhnlich arbeitete Assad acht Stunden während der Nachtschicht im Hafen, wobei er sich schon mal zwei Stunden freinahm, wenn keine Schiffe erwartet wurden.In diesen Nächten suchte er ein Apartment nicht weit vom Hafen auf, wo er eine Geliebte untergebracht hatte.Sie war zwar nicht gerade die schönste von denen, die er besuchte, doch war sie am bequemsten zu erreichen.Nach der Arbeit kehrte er zu seiner Familie zurück, schlief rund sechs Stunden und traf sich danach mit seinen Kollegen zu einer Tasse Kaffee, ehe er andere Apartments in Tripolis besuchte.Eddie bat seine Agenten, eine Namensliste der Frauen zusammenzustellen, und als Eric Stone die Namen mit Hilfe des Computers auf der Oregon überprüfte, stellte sich heraus, dass Assad mit den Frauen von Regierungsangestellten der mittleren Ebene schlief.Sogar jene Frau in Hafennähe war die Schwester eines Vizedirektors des Energieministeriums.Wenn man bedachte, dass Assad nicht gerade zu den attraktivsten männlichen Erscheinungen gehörte, waren seine libidinösen Eroberungen wirklich beeindruckend.Eddie und Hali kamen zu dem Schluss, dass Assad nicht mehr sein mochte als ein mäßig korrupter Hafenlotse mit hyperaktiver Libido und erstaunlich vielen Bekanntschaften.Dies galt jedoch nur bis zu Max Hanleys Mitteilung, die wie eine Bombe einschlug.Danach gewannen Assads vielfältige Abstecher in die Schlafzimmer libyscher Regierungsbeamten eine ganz neue und bedrohlichere Bedeutung.Juan hörte aufmerksam zu, während Eric ihm per Telefon den Verlauf des alten Bahngleises durch die Berge zur Küste in etwa zwanzig Meilen Entfernung beschrieb.Die Satellitenbilder lieferten keinerlei Anhaltspunkte über das Gefälle der Strecke, doch laut Juans Ortungschips befand er sich in etwa tausend Fuß Höhe über Meereshöhe, als er im Terroristencamp aus dem Hubschrauber gestiegen war.Nach eingehender Betrachtung der ersten Grundzüge eines Plans, der – noch während Eric redete – in seinem Kopf bereits Gestalt annahm, entschied Cabrillo, dass es eine Höllenfahrt werden würde.Erschwert wurde das Unternehmen noch zusätzlich durch den engen Zeitrahmen, denn ihm fiel keine plausible Begründung ein, mit der Overholt die Libyer hätte bitten können, ihren Angriff noch etwas hinauszuzögern, ohne seine Absichten zu verraten.Hinzu kam, dass er während der vorangegangenen achtundvierzig Stunden nicht mehr als sechs Stunden geschlafen hatte, und nach der Verfassung seiner drei Gefährten zu schließen ging es ihnen nicht viel besser.»Was ist los?«, fragte Linc, dessen chirurgische Handschuhe mit Blut bedeckt waren, während er die letzte Naht fertigstellte.Er hatte die Wunde in Juans Bein mit drei Reihen Catgut geschlossen, wobei er sich von der tiefsten Stelle des Wundkanals nach oben zur Außenhaut so emporgearbeitet hatte, dass sich die Wunde unter keinen Umständen wieder öffnen konnte.Da die örtliche Betäubung den Schmerz auf einem halbwegs erträglichen Level hielt, vertraute Juan darauf, dass sein Körper ihn nicht im Stich lassen würde.»Was meinst du?«»Du hast gerade gekichert«, erwiderte Linc, streifte die Handschuhe ab und stopfte sie in einen roten Behälter für biologisch gefährliche Abfälle.»Habe ich das? Ich dachte nur daran, dass wir im Augenblick derart in der Klemme stecken, dass ich gar nicht weiß, ob das, was ich vorhabe, überhaupt funktionieren kann.«»Doch nicht etwa schon wieder einer deiner berüchtigten C-Pläne?«, stöhnte Linda.Sie stand außerhalb des Pig und schaute über Lincs massige Schulter.»Deshalb habe ich gelacht.Reiner Galgenhumor.Wir sind in Wahrheit aber längst über C hinaus und bereits bei Plan D, E oder F.«Für Cabrillo ergaben sich zwei Optionen, aber keine richtige Wahl.Er war im Begriff, sie alle wie auf einem Schießstand aufzureihen, wobei das Pig die Rolle einer Lockente spielen würde.Linc fixierte mit Heftpflaster eine Mullkompresse auf Juans Beinwunde und sagte: »Falls Doc Huxley etwas an meiner Arbeit auszusetzen hat, bestell ihr doch, sie soll sich deshalb gefälligst an deine HMO wenden.«Juan zog sich seine Hose wieder an.Sie war an einem Dutzend Stellen zerrissen und derart mit Sand verkrustet, dass sie knisterte, als er sie sich über die Hüften zog.Doch im Pig gab es keine Ersatzkleidung.Er machte ein paar Kniebeugen, als er aus dem Pig auf den Erdboden sprang.Die Wunde spannte, aber die Naht hielt immerhin, und die örtliche Betäubung wirkte.Noch war die Sonne über den fernen Bergen nicht aufgegangen, so dass nur die Sterne kalt und unverrückbar über ihm am Himmel standen.Cabrillo betrachtete sie einen Moment lang und fragte sich – und das nicht zum ersten Mal –, ob er sie wohl jemals wiedersehen würde.»Aufsitzen!«, rief er.»Wenn die Oregon eintrifft, dürfte die Show zum größten Teil vorbei sein.Und wir haben noch verdammt viel harte Arbeit vor uns.«»Nur so aus Neugier, Juan«, sagte Linc beiläufig, »wer sind diese Leute eigentlich, die wir retten wollen? Politische Gefangene, gewöhnliche Kriminelle oder was?«»Ich glaube, dass sie vielleicht der Schlüssel zu dieser ganzen Affäre sind.«Linc nickte knapp.»In Ordnung.«»Wenn du mich fragst«, fügte Mark hinzu, »ich habe ein ungutes Gefühl wegen …«Cabrillo brachte ihn mit einem Blick zum Schweigen.Laut Juans Uhr verstrichen achtundvierzig Minuten, ehe er entschied, dass sie bereit seien.Mehr schlecht als recht.Er hatte die Wachen im Umgang mit den Gefangenen ausreichend lange beobachten können und wusste, dass sie in geringer Anzahl keine ernsthafte Bedrohung darstellten.Aber es gab insgesamt an die vierzig von ihnen, und wenn sein Timing nicht stimmte, würden die zweihundert oder mehr Leute, die er vom Trainingslager wegzulocken hoffte, die Mine erreicht haben, ehe sie ihre Flucht erfolgreich in Szene gesetzt hätten.Während ihrer Anfahrt zur Mine hatten sie Linc zurückgelassen, so dass er sich eine höher gelegene Position oberhalb des Eisenbahndepots hinter den alten Verwaltungsgebäuden suchen konnte [ Pobierz całość w formacie PDF ]