[ Pobierz całość w formacie PDF ]
.Latruiz, ständig darum bemüht, mit Jamaske Schritt zu halten, beschwerte sich bald: „Wir sollten das nicht tun, Jamaske! Wir dürfen das nicht! Das sind die verbotenen Stollen.Du weißt doch noch, was verboten heißt? Der Hohe Horcher wird uns bestrafen.Und der Rat der Paumyr-Sprecher wird uns für immer aus den Hohlen der Unterweisung verbannen."Jamaske hastete weiter.„Sei nicht dumm, Latruiz!" gab sie über die Schulter zurück.„Hast du es schon vergessen? Der Hohe Horcher existiert nicht mehr, und wenn es so weitergeht, dann wird es auch bald keinen Rat mehr geben."Sie folgten den Windungen der verwucherten Korridore und drangen tiefer und tiefer in die verbotenen Stollen vor, die manchmal von einem Schauer durchlaufen wurden, von einer Welle ungleichmäßiger Kontraktionen und von etwas, das wie ein fernes Seufzen klang.Erst als sie zum dritten Mal an einer auffälligen Konstellation pflanzlicher Knollen vorbeikamen, die wie ein abstraktes Relief aus einer Tunnelwandung herausragten und mit blind tastenden Greifranken an ihren Gewändern zupften, wurde Jamaske klar, daß sie die ganze Zeit über im Kreis gelaufen waren.Oder eigentlich nicht im Kreis, sondern im Knoten.Jamaske war sich keineswegs mehr sicher, ob sie tatsächlich abwärts in Richtung Paumyrs Herz gelaufen waren.Etwas in ihrem Magen sagte ihr, daß ihre Füße nicht nur einmal hinauf zum Silberschirm und ihre Köpfe hinunter in Richtung Meeresgrund gezeigt hatten.Es war, als ob sie sich innerhalb einer Knotenbaumwurzel befinden würden.Und diese Wurzel - dieses Wurzelgewirr - war ständig in Bewegung, löste hier eine Verflechtung auf, um sich dort mit einem anderen ihrer eigenen Ableger zu verbinden, und führte so immer nur in eine Richtung: zurück in sich selbst.Jamaske blieb stehen, und auch Latruiz, der sich inzwischen gefangen hatte, hielt an und horchte.Und schnupperte.Und versuchte wie Jamaske, dem Murmeln und Raunen in Paumyrs feucht schimmerndem Höhlenlabyrinth einen Hinweis auf die Richtung zu entnehmen, die sie einschlagen sollten.Aber obwohl seine weinerliche Verzagtheit inzwischen einer grimmigen Gelassenheit gewichen war, hatte er doch nicht Jamaskes Entschlossenheit.Und er verfügte nicht über den inneren Flimmerkompaß, der Jamaske schon durch das Gewirr der Lagunen von Irb Sanclis geholfen hatte.„In diesem Zeichen wirst du mich finden!" Tanzende Eier am Silberschirm.Hüpfende Felsen.Auf- und abtauchende Korallenriffe.Brennende Pflanzenstrünke.Und das Muster.Das Muster.„Hier entlang!" sagte Jamaske und lehnte sich mit dem Gewicht ihres ganzes Körpers gegen eine Stelle der glitschigen Tunnelwandung, die sich in nichts vom Rest der verbotenen Stollen unterschied.Das Pflanzengewebe gab nach, und Jamaske und Latruiz glitten durch die entstandene Öffnung, die sich mit einem leisen Schmatzen hinter ihnen schloß.„Nicht stehenbleiben!" rief Jamaske und rannte los.Hier gab es kaum noch Lieht.Hier waren die Höhlen nur düstere Schlünde in düsteren Schlünden.Ein fauliger Atem durchwehte die lebenden Grotten.Der Boden, die Decke, die Wände kamen auf die beiden Rautak zu und drohten sie zu zerquetschen.„Nach unten!" rief Jamaske und rammte ihr Bündel Fackelwurzeln in das dampfende, zischende Pflanzenfleisch zu ihren Füßen.Sie rutschten eher, als daß sie fielen, und schlitterten endlos lange durch die malmenden Mägen und peristaltisch pumpenden Gedärme eines Wolkenwals von der anderen, der schwarzen Seite des Silberschirms.Sie durchtauchten die Innereien der Finsternis, und als sie von ihr ausgespuckt wurden, traf sie das Licht wie ein Keulenschlag.Jamaske wußte, wo sie sich befanden.Sie waren in der Kathedrale der Träume, einem riesigen Gewölbe von überirdischer Schönheit.Aber Jamaske wußte auch, daß sie nicht stehenbleiben durften.Weiter! Weiter!Sie hatten keine Zeit, auf die Tausende, die Millionen rubinrot funkelnder Traumperlen zu achten, die ringsherum in eine unendliche Weite und Höhe und Tiefe reichten.Sie achteten nicht auf das komplexe und vielfach verwobene Blütenmosaik, das sie in den dahinterliegenden Katakomben empfing.Sie stolperten über die Perlen, sie trampelten über die Blüten und Knospen, sie sprangen mit dem Kopf voran gegen eine massive Pflanzenwand, in der sich ein fleischiges Maul auftat und sie scheinbar verschlang [ Pobierz całość w formacie PDF ]