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.»Darf ich nach deiner Einschätzung fragen?«Paucht erstarrte in Anbetracht dieses unverhüllten Affronts.»Ich würde eine solche Entscheidung ebenso wie du bedauern«, sagte der Forschungsminister und glitt aus seinem Pfuhl.»Ich denke, ich spreche für das gesamte Kabinett.Und nicht nur für das Kabinett.«Es ist ein Staatsstreich, erkannte Paucht.Von langer Hand vorbereitet.Von Ychichym? Kaum.Dazu fehlt ihm die Courage.Er ist nur eine Drahtpuppe.Wer steht hinter ihm? Kolonialminister Augauch? Zeremonialminister Juichan? Oder.? Er starrte Aller Wesen Freund an.Ychichym kam langsam auf Paucht zu.»Priorminister«, sprach er, betulich, begütigend.»Wenn sich die Zeiten wenden, steht.«Paucht schnitt ihm das Wort ab.»Was soll das bedeuten? Was bildest du dir ein? Dieses Schauspiel vor einem.« Er wies auf den Nuntius.Die Rubinklauen des Somdoraners bebten vor Erregung.In diesem Moment wurde das Fernenfenster undurchsichtig.Stattdessen erschien ein Holo.Paucht erkannte den Kommandanten der CHURTA-Flotte.»Bautoch!«, rief er.»Wer hat dich durchgeschaltet?«»Wenn sich die Zeiten wenden, Priorminister, steht vielen vieles offen.«»Lass uns gehen«, raunte ihm die Frau By zu.»Rasch.«Paucht wandte sich an Aller Wesen Freund.»Das werden sie nie zulassen«, sagte er.»Das Volk von Chaom wird das niemals zulassen.«»Du warst scheinbar lange nicht mehr in der Stadt«, murmelte Ychichym.»Lange nicht mehr unter Volk.«Paucht ließ den Avatar nicht aus den Augen.Der Avatar hielt dem Blick mit kalter Genauigkeit stand.Seine Augen feuerten geradezu vor Neugier.»Er hat recht«, sagte die Frau By.»Lass uns gehen.«Wie beiläufig öffneten sich einige Sicherheitsluken in den Wänden.Einige Sicherheitsdrohnen des Palais schwirrten in den Raum.Es wunderte Paucht nicht mehr, dass sie ihre Energieprojektoren aktiviert hatten.Er wusste, dass die Drohnen ihm nicht mehr gehorchten.Er fragte sich, wie sich die Maschinen platzieren würden.Würden sie eine Schutzformation um den Forschungsminister bilden? Um Augauch? Juichan?Sie taten nichts von alledem.Sie waren nur da und nicht zu seiner Verfügung.»Bravo«, sagte Paucht.»Großes Bravo.« Er löste den Magnetverschluss, raffte sich die Schärpe des Priorministers vom Leib und warf sie im Vorübergehen in den Pfuhl.»Glaubt nicht, dass ihr sie binden könnt, indem ihr ihnen die Macht übergebt«, rief er den Ministern zu.»Sie werden dieser Macht müde werden, wie sie eurer müde geworden sind.«Mit leisem Glucksen tauchten einige der Minister unter.Paucht ging wortlos an dem Avatar vorbei.Der somdoranische Nuntius blickte von seinem Kontaktpult zu ihm herab.»Ihr werden kein großes Vergnügen unter der Herrschaft der Totenhirne finden«, prophezeite Paucht dem Nuntius.Die Rubinklauen des Somdoraners kneteten die Bügel.»Das Imperium hat nie das Vergnügen gesucht«, heulte es aus dem Kontaktpult.*Shamsur Routh verfolgte den Abgang des Chaom.Während der Priorminister sich aus dem Saal bewegte, verlor das Bild an Deutlichkeit.Es war, als hätte jemand die Wirklichkeit unscharf gestellt.Was die Chaom in ihren Pfuhlen sagten, verwischte zu einem matten Flüstern wie von Schläfern.»Eine ziemlich düstere Vision«, sagte Routh.Cranstoun schwieg einen Moment.»Geht es dir nicht gut?«Routh musste lachen.»Wie sollte es mir nicht gut gehen? Ich habe meine Tochter an eine fremdartige Kultur verloren.Ich bin verschollen.«»Ja«, sagte Cranstoun gedehnt.»Ich verstehe.Aber das meine ich nicht.Dein Bild – dein erinnertes Selbstbild, die Vorstellung von dir selbst – ist nicht mehr so scharf.Es verliert seine Kontur.«Routh überhörte das.»Lass uns weitermachen«, forderte er Cranstoun auf.Er versuchte sich zu sammeln.Die Umwelt gewann wieder schärfere Konturen; das wesenlose Gemurmel wurde lauter, artikulierter.Exodus»Wir stehen immer noch im Palais der Gemeinsamen Zielsetzung«, erkannte Routh.»Aber etwas ist anders.«Das Erinnerungsbild stand still.Die Szene wirkte museal.Routh durchmaß neben Cranstoun den Raum.Kein Schritt war zu hören.Wir stellen Geistern nach, durchfuhr es ihn.Das Fernenfenster schien vereist.Routh trat näher.Es war kein Eis.Das Fenster war von einer Patina überzogen, bleiern und grau.Die meisten Pfuhle lagen ausgetrocknet.Nur in einem der hinteren Becken trieb ein Chaom.Kabel und Schläuche verbanden seinen brüchigen Leib mit einer ganzen Staffel von Medomaschinen und verdeckten ihn so beinah.Mitten im Saal stand ein Somdoraner.Routh vermochte weder die Haltung des Somdoraners zu deuten noch den Ausdruck seines konkav gebogenen Gesichtes.»Ein Nuntius«, vermutete Routh.Die Hände des Nuntius umklammerten die Bügel seines Kontaktpultes.Routh fröstelte, als er sah, dass sich unzählige Parasiten in die Haut des Somdoraners gebohrt hatten.Mit dem Gesicht zum erblindeten Fernenfenster stand eine Gestalt, die Routh bekannt vorkam.Sie ähnelte einem Chaom, wirkte aber idealisiert, wie eine Nachahmung aus Aluminium: Aller Wesen Freund.Oder ein ihm gleicher Avatar.»Kannst du diese Erinnerung in Gang setzen?«, fragte Routh.Cranstoun lauschte in sich hinein.»Vielleicht.Es ist nicht leicht.Die alten Hirne, die Ahnen, hassen diese Erinnerung.«»Warum?«»Die Ahnen waren empört, als das erste Gehirn eines Frauenzimmers eingelagert wurde.«Routh fluchte kurz.»Mit solchen kulturellen Idiotien müssen wir uns nicht aufhalten.Setz die Erinnerung in Bewegung.«»Okay«, sagte Cranstoun.Routh betrachtete den Körper, der in seinen Schläuchen lag wie in einem Kokon.»Das ist also eine Frau?«»Nein«, sagte Cranstoun.»Das Frauenzimmer ist mit dem Rückenschild des männlichen Chaom verwachsen.«Routh entdeckte das Geschöpf.Es war nicht größer als zwei Fäuste und ragte nur wenig über den Schild hinaus.Gliedmaßen oder Sinnesorgane sah Routh nicht.Das Bild ruckte an, verharrte, ruckte wieder.Allmählich kam Bewegung ins Spiel.Die Stimme klang tatsächlich feminin, ein wenig rauchig, zu gleichen Teilen anschmiegsam und selbstbewusst.»Es ist eine Weile her, dass ein Avatar das Palais von Chapoch-Paio beehrt hat.Du bist Aller Wesen Freund?«»Alle meinesgleichen sind Aller Wesen Freund, Priorministerin Gmee«, sagte der Avatar amüsiert.»Du alterst nicht«, stellte Gmee fest.»Richtig«, sagte der Avatar.Der greise Leib, auf dem Gmee saß, schaukelte für einen Augenblick wie ein Schiff in der Dünung.Einige der Maschinen zischten.Dann lag der Leib wieder still.Gmee fragte: »In welcher Angelegenheit soll ich dir raten?«»Ich bin nicht hier, um mich beraten zu lassen.«»Kommst du, ihn zu heilen?«, fragte Gmee.Aus ihrer Stimme klang schierer Spott.»Der Leib deines Gatten ruht in der Obhut seiner Maschinen«, sagte der Avatar.»Wie ganz Khooch in der Obhut der großen Kultur der Chaom ingichiy chaodhas buchesgha ruht.«»Der Glanz des funkelnden Diadems der Schöpfung ist neuerdings ein wenig ermattet, wie dir nicht entgangen sein wird«, sagte Gmee spitz.»Und das Wort Ruhe beschönigt den Zustand, in dem der Leib meines Gatten schwebt.«Der Avatar schwieg.»Du willst keinen Rat.Du willst nicht heilen.Was willst du dann?«»Dies ist ein Abschied«, sagte Aller Wesen Freund.»Die Totenhirne werden Chaom fachis und die anderen planetaren Basen endgültig verlassen.«»Barmherzigkeit! Werden sie das?« Der Schrecken ließ die Stimme der Priorministerin geradezu kristallisieren.»Natürlich ersuchen wir um eure Erlaubnis«, sagte Aller Wesen Freund.Kalt und distanziert.»Wir werden sie euch nicht geben.Das wisst ihr.Wir würden es als schäbiges Desertieren auffassen [ Pobierz całość w formacie PDF ]