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.»Was für ein grässlicher Ort«, sagte Amy.»Sie haben hier Menschen erschossen, kaltblütig ermordet.«Sie drehte sich instinktiv zu der Tür um, durch die sie gekommen waren, aber Dan gab nicht nach.»Amy, wir sind kurz vor dem Ziel.Was ist, wenn wir da drinnen etwas über unsere Eltern erfahren? Halt meine Hand und mach die Augen zu, falls dir das hilft.Ich führe uns.Vertrau mir.«Dan warf ihr ein schiefes Lächeln zu, aber sein Blick war genauso angsterfüllt wie Amys.»Komm schon, Amy.Vor einer Arbeit in Geschichte hat man vielleicht Angst, aber doch nicht hier!«Und dieses einzige Mal überließ Amy ihrem Bruder die Führung und folgte ihm ohne Widerspruch.Sie schloss die Augen und schob ihre Füße an sechs Särgen mit brüchigen Knochen vorbei.Dan hielt die Taschenlampe ständig auf die Tür gerichtet, bis er im Zickzack durch das Gewirr der Särge gefunden hatte.»Halt mal die Lampe«, sagte er.Amy ließ Dans Hand nur widerwillig los, aber er musste offenbar den Türknauf drehen.Amy griff nach der Lampe, kniff aber weiter die Augen zu.»Mach die Augen noch nicht auf«, warnte Dan.Aber Amy hörte nicht auf ihn, blinzelte und merkte, dass ihr Bruder einen Sargdeckel angehoben hatte.»Bist du wahnsinnig! Mach das zu!«»Beruhige dich.Sind doch nur Knochen.«Dan schloss den Sargdeckel und ging endlich auf die Tür zu.»Du kannst die Lampe ausmachen«, sagte er.»Da drin brauchen wir kein Licht.«Dan trat vorsichtig ein und war gleich umgeben von einem weichen, goldenen Licht.Er schloss die Tür und Amy schaltete die Taschenlampe aus.Man konnte nicht sagen, woher das Licht kam, aber es schien, als sei es überall, als wären tausend Kerzen in den Wänden versteckt.»Das Bernsteinzimmer«, staunte Amy.»Wir haben es geschafft, Dan! Wir sind drin!«Die Decke über ihnen erstreckte sich nun sieben Meter in die Höhe.Alles im Zimmer hatte die Farbe dunklen Honigs, durchströmt von atemberaubendem Licht.»Woher kommt nur dieses Licht?«, fragte Dan.»Ich fass es nicht.«Amy hatte sich einer der Wände genähert und strich mit der Hand über die sorgsam gearbeiteten Muster.Goldschimmernde Wandtafeln umrahmten die feinsten Bernstein-Schnitzereien.Diese prachtvolle Handwerkskunst musste Jahre in Anspruch genommen haben.So wie die Pyramiden in Ägypten oder die Decke der Sixtinischen Kapelle in Rom.Und Amy und Dan standen nun im goldenen Schein dieser Wände.»Da steht sie«, sagte Amy.Sie hatte einen ganz aus Bernstein gefertigten Tisch entdeckt, auf dem eine prunkvoll verzierte Uhr stand.Dan durchquerte den Raum, vorbei an einer riesigen Reiterstatue auf einem hohen Sockel und einer Reihe rätselhafter schwarzer Aktenschränke.Da befanden sie sich nun in einem Zimmer, das seit dem Zweiten Weltkrieg niemand mehr zu Gesicht bekommen hatte.Für die Welt da draußen war dieses Zimmer eine unschätzbare Kostbarkeit, die man schon lange verloren glaubte.Dan fühlte sich unendlich stolz, als er zu seiner Schwester hinüberblickte.»Wir müssen die Uhr auf Mitternacht stellen«, sagte Amy.»Dann auf eins, und wieder zurück auf Mitternacht.«Dan beugte sich über die Uhr und suchte an der Hinterseite nach einer Vorrichtung, mit der sich die Zeiger drehen ließen.»Ich hab’s«, sagte er und stellte die Zeiger auf Mitternacht.»Und jetzt vor auf ein Uhr«, sagte Amy.Dan drehte die Uhrzeit vor, dann wieder zurück auf Mitternacht.Das Zifferblatt der Uhr klappte an einem einzelnen goldenen Scharnier nach vorn.Im Gehäuse entdeckte Dan einen kleinen Bernstein, in den die Worte Ein Gramm geschmolzener Bernstein eingraviert waren.»Bernstein.Die Lösung lag die ganze Zeit so nahe«, sagte Amy und bestaunte den Stein in ihrer Hand.»Ich hasse so was«, fluchte Dan.Aber er grinste seine Schwester freudestrahlend an.Sie hatten nun fünf Zeichen gefunden und waren dem, was Grace das Schicksal der Cahills genannt hatte, fünf Schritte näher gekommen.Dan und Amy gingen auf die Reihe niedriger schwarzer Aktenschränke zu.Sie standen im heftigen Kontrast zu dem sanft schimmernden Bernstein.»Wonach sollen wir suchen?«, fragte Dan.»Cahill? Trent? Hope und Arthur?«»Nach allem.Du fängst auf der Seite an, und ich hier.Beeil dich.«Dan öffnete das erste Schubfach und blätterte durch die dicken Hängeordner.Angola-Mission.Archangelsk.Attentate.Die fein säuberlichen Etiketten offenbarten eine Fülle von schmutzigen Lucian-Geheimnissen.»Dan!«, rief Amy plötzlich.Als er aufblickte, sah er sie eine dünne Akte hochhalten.Ihr Gesicht hatte einen panischen Ausdruck.»Geht es um Mama und Papa?«, fragte er.»Nein«, flüsterte sie.»Die Madrigals.«Amy öffnete die Mappe und nahm die losen Blätter heraus.Sie überflog einige Notizen in russischer Handschrift.Auf der Rückseite waren die Worte übersetzt worden.Amy las die erste Notiz laut vor:»Dan, das ist wirklich seltsam«, meinte Amy.»Ich habe über die beiden gelesen.Konstantin hat für seinen Bruder Nikolaus auf den Thron verzichtet.Aber diese Notiz deutet daraufhin, dass er eine bestimmte Absicht damit verfolgt hat: Anscheinend hatte er fast alle Zeichen gefunden.«»Heißt das, die Lucians haben alle Zeichen?« Dans Gesicht war vor Angst verzerrt.»Lies die nächste vor.«Amy legte das vergilbte Papier zur Seite und las die Worte auf dem nächsten Zettel:»Und wenn sie wirklich schon alles zusammenhaben?«, fragte Dan.Er war sich nicht sicher, ob er erfahren wollte, was auf dem letzten Papierstück stand.Wenn die Lucians schon gewonnen hatten, dann war alles, was Amy und er hier taten, vollkommen umsonst.Dann waren sie raus aus dem Spiel, am Ende.»Oh nein«, seufzte Amy.Sie überflog gerade die letzte Notiz.»Sie haben sie, stimmt’s? Die Lucians haben uns schon erledigt.«Amy sah ihren Bruder an und las mit zitternder Stimme die letzte Nachricht vor:Drückende Stille legte sich über sie [ Pobierz całość w formacie PDF ]